Herzmitte unserer Seelsorgeeinheit

   
...ist diese Erkenntnis:

"Der Vater schenkte der Welt Seinen Sohn
und in IHM alles, was ER uns geben konnte" (Röm 8,32).

(von der Gengenbacher Sr. Isidora Schmiederer * 15.2.1867 +22.7.1942
in ihren mystischen Aufzeichnungen so formuliert!) 

Aus dieser Erkenntnis ist die tägliche Heilige Messe (Eucharistie=Danksagung) in unserer Seelsorgeeinheit die Kraftquelle für alles. In Ihr sprechen wir ja mit Gott Vater in der Ewigkeit, und danken IHM, was ER durch seinen Sohn Jesus Christus getan hat: nicht nur, dass ER uns wunderbar geschaffen, sondern noch wunderbarer erlöst hat - und das am Kreuz! In der communio mit Christus, der geheimnisvollen sakramentalen Vereinigung -wie Jesus sich selber bleibend uns geschenkt hat, ­bekommen wir in der Gegenwart Jesu immer wieder neu den Durchblick für unser ganzes Leben mit seiner Zielhaftigkeit in Gott. Als Konsequenz aus diesem Glauben an die geheimnisvolle sakramentale Gegenwart Jesu halten wir stille Anbetung vor dem Heiland und Erlöser genauso selbstverständlich wie wir Eucharistie feiern - vor jeder Wochentagsmesse eine halbe Stunde lang. Pfarrer Neidinger durfte bei Exerzitien 1984 eine ganze Woche die tägliche Anbetung im Petersdom mit über 5000 Priestern, Bischöfen, Kardinälen und an einem Tag sogar mit dem Papst so intensiv erleben, dass diese nachhaltige Wirkung in seinen Pfarrgemeinden geblieben ist. Der Wunschgedanke in diesem zentralen religiösen Geschehen von Eucharistie und Anbetung ist: von der Erkenntnis, dass der Vater der Welt seinen Sohn geschenkt und in IHM alles, was er uns geben konnte, zum persönlichen Bekenntnis zu gelangen:

  „In Jesus, Deinem Sohn, hast DU lieber Vater,
  mir alles geschenkt, was DU mir schenken konntest“.

Nur durch Jesus Christus können wir die Herzmitte für unser Leben finden - auch in einer noch so verworrenen und orientierungslosen Zeit. Alle Kreise, Gruppierungen, Begegnungen und pastoralen Initiativen in unserer Seelsorgeeinheit sollen sich immer in dieser Herzmitte verankern. Unsere Zeit ist geprägt von einer „Gottvergessenheit“ (Papst Benedikt XVI. beim Weltjugendtag 2005 in Köln) und einer „Achtlosigkeit Gott gegenüber“ (Amerikareise von Papst Benedikt VI. im Jahr 2008), von Egoismus, Gier, Willkür, Werteverfall und einer großen Orientierungslosigkeit.
In diesem Tohuwabohu (Irrsal und Wirrsal) gibt Christus nach wie vor nicht nur Orientierung als einer unter vielen, sondern ER will selber Herzmitte unseres Lebens sein -wie beim Hl. Apostel Paulus!

Drei Stellen aus den Paulusbriefen verdeutlichen beispielhaft diese spirituelle Verankerung
(persönlich so von Pfr. Neidinger durchlebt und übersetzt):

Worte von Paulus an uns heute (Eph 3,16-19)

Gott unser Vater, hält für Euch einen unerschöpflichen Reichtum bereit: Macht in Eurem Innern Platz für Seinen Geist:
gebt der Liebe Christi Raum in Eueren Herzen, dann gewinnt Ihr den Durchblick für alles. So könnt Ihr alles um Euch
herum richtig einordnen, alles in Raum und Zeit! Die Liebe Christi lässt alle anderen Erkenntnisse verblassen. Lasst
Euch ganz auf diese Liebe ein, und Ihr werdet erkennen: Euer Leben hat Sinn nicht durch äußerliche kurzlebige
Sternstunden, sondern durch bleibende Liebe - bis über den Tod hinaus, wo die Fülle Gottes uns erwartet.


Worte von Paulus an uns heute (Phil 3,8-14)


Erst durch Jesus Christus habe ich den tieferen Sinn meines Lebens erkennen dürfen. Seitdem ER den ersten Platz in
meinem Herzen und Denken eingenommen hat, ist für mich die Beschäftigung mit anderen Dingen ohne IHN verlorene
Zeit. Wem ER sich in SEINER universalen Bedeutsamkeit erschlossen hat, der trauert dem banalen Leben - mag es noch
so verlockend schön sein - nicht nach, sondern der tut alles, um an Christus dranzubleiben. Wer von Christus ergriffen
ist, schaut nicht mehr auf das Ansehen der eigenen Person, sondern - erfasst vom Glauben an Christus - setzt er sich
bedingungslos ein für die unüberbietbare Liebe Gottes: denn Jesus Christus ist GOTTES SOHN. IHN hat ER auferweckt
von den Toten. Zwar musste Jesus schrecklich leiden. Deshalb will ich seinen Kreuzestod immer mitfühlend vor Augen
halten. So hoffe ich, einmal selber für immer mit IHM in SEINE Herrlichkeit zu gelangen. Manche Tage hinke ich dieser
geschenkten Erkenntnis hinterher und leide unter meinem Unvermögen. Aber wer einmal von Christus ins Herz getroffen
ist, der kann von IHM nicht mehr lassen. Niemand ist perfekt: das hindert aber nicht daran, alles was sich totläuft, hinter
sich zu lassen und nach dem Ausschau zu halten, was bleibend ist in der Ewigkeit, die GOTT uns in Christus, Seinem Sohn,
geschenkt hat.
Setzen wir also alles daran, mit IHM das ewige Ziel zu erreichen.


Worte von Paulus an uns heute (2 Kor 4,6.7.14-18 5,1-5)


Gott selber hat Licht in unsere Herzen gebracht. Dadurch ist klar geworden: In Jesu Antlitz strahlt göttlicher Glanz auf,
ER ist ja Gottes Sohn! Für diese unausdenkbare, alles überbietende Botschaft dürfen wir armselige Menschlein mit all
unseren Unzulänglichkeiten und Begrenztheiten uns einsetzen, damit jeder merkt, die Kraft zur Verkündigung dieses
Evangeliums kommt nicht von uns, sondern von Gott selbst! Von IHM her wissen wir: ER, der Jesus, SEINEN Sohn,
unseren Herrn auferweckt hat von den Toten, ER wird auch uns mit Jesus auferwecken und uns zusammen mit Euch
vor Sein Antlitz stellen. Wir setzen uns für Euch so ein bis zum äußersten, damit immer mehr Menschen Gott die Ehre
geben, weil ER der Welt mit Seinem Sohn alles geschenkt hat, was er uns geben konnte. Wir dürfen uns nie mit Äußer-
lichkeiten begnügen, sondern müssen in die Tiefe unseres Glaubens vordringen: zu Jesus Christus, Gottes Sohn!
Darum fühlen wir uns trotz aller Belastung nicht ausgebrannt, wenngleich wir im Alltag oft aufgerieben werden und
unsere persönlichen Grenzen mehr als deutlich zu spüren bekommen. Mit Christus werden wir nie leer! Natürlich kennen
wir die vielen wirklich ernst zu nehmenden und belastenden Nöte der Menschheit. Doch was sind die Leiden dieser Zeit
im Vergleich zur ewigen Herrlichkeit in Gott!
Unser Blick bleibt nicht am Vergänglichen hängen, sondern unser Herz weiß um die echte Glückseligkeit in Gott, dem Ziel
der ganzen Schöpfung. Gott hat sich gezeigt in Jesus Christus, Seinem Sohn.Sobald dies bei uns in Fleisch und Blut über-
gegangen ist, ist klar: wenn wir Abschied nehmen müssen von der Zeit, dann hat uns Gott durch Jesus, Seinem Sohn,
eine Bleibe in der Ewigkeit zugesagt: Ein Zustand, wie ihn nur Gott schenken kann in Seiner Seinsweise, die anders ist als
Raum und Zeit, eben Ewigkeit! Wir sind also immer zuversichtlich, auch wenn wir unter der Gott - fernen Welt leiden.
Unser Glaube lenkt den Blick auf das Wesentliche: am Ende unseres Lebensweges dürfen wir Gott schauen. Deshalb ist
der Tod für uns kein Schreckgespenst, im Gegenteil: wir freuen uns, einmal für immer bei Gott ganz daheim sein zu
dürfen: durch Christus seinen Sohn!

(Private Übersetzungen von Pfarrer Edgar Neidinger )

Unsere Seelsorgeeinheit lädt alle ein, sich auf diese Gedanken des großen Apostels Paulus einzulassen.
So bleibt Religion und Glaube keine abstrakte Sache, sondern wird tägliches Lebenselexier! Machen auch Sie mit!

Pfarrer Edgar Neidinger